Firmenfitness-Kennzahlen selbst messen: die Zahlen, die euch niemand liefert
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Firmenfitness-Kennzahlen selbst messen: die Zahlen, die euch niemand liefert

Euer Anbieter meldet Registrierungen. Was er nicht meldet, ist, wie viele davon das Angebot wirklich nutzen — und ob sich am Krankenstand etwas bewegt. Beide Zahlen könnt ihr selbst erheben, aus Daten, die eurem Betrieb ohnehin gehören.

Warum die Zahlen des Anbieters die Frage nicht beantworten Eine Verbundmitgliedschaft wird pro Kopf abgerechnet, in aller Regel für die gesamte Belegschaft. Was der Anbieter zurückmeldet, sind Registrierungen und Besuche auf seiner Plattform: aggregiert, ohne Schnitt nach Bereichen und ohne jeden Bezug zu euren Personalkennzahlen. Für die einzige Frage, die im Budgetgespräch tatsächlich gestellt wird — trägt das etwas? — reicht das nicht. Das ist kein Mauern: Der Anbieter hat eure Personaldaten gar nicht.

Die Nutzungszahl, die ihr selbst bekommt Der tägliche Check-In fragt im Ja-Zweig nach, womit sich jemand bewegt hat — mit „Firmenfitness/Verbund“ als eine der Antwortmöglichkeiten. Daraus entsteht eine Nutzungsquote als Selbstauskunft: Nennungen geteilt durch alle Check-Ins der Woche. Abrechnungsgenau ist sie nicht, und das gehört jedes Mal dazugesagt. Im Verlauf und im Vergleich zwischen Bereichen ist sie trotzdem aussagekräftig — und sie ist die einzige Nutzungszahl, die ihr ohne den Anbieter überhaupt bekommt.

Kosten je tatsächlichem Nutzer Intern wird fast immer das Monatsbudget durch die Belegschaft geteilt. Das ist die falsche Rechnung: Bezahlt wird für alle, genutzt wird von wenigen. Teilt stattdessen durch die aktiven Nutzer aus der ersten Kennzahl. Was dabei herauskommt, liegt regelmäßig um ein Vielfaches höher — und genau diese Zahl ist der Grund, warum sich Aktivierung meist mehr lohnt als ein Anbieterwechsel.

Die beiden Zahlen, die ihr längst habt Krankenstandquote (Fehltage geteilt durch Solltage) und Fluktuationsquote (Austritte geteilt durch durchschnittlichen Personalbestand) stehen in eurer Personalstatistik. Lest sie je Bereich — und gegen denselben Monat im Vorjahr, nicht gegen den Vormonat. Krankenstand ist saisonal; wer einen Februar mit einem Juni vergleicht, misst den Winter.

Der einzige Frühindikator in dieser Liste Der Belastungsverlauf aus dem Check-In — Stimmung, Stress, Schlaf, Beschwerden als gleitender Index — kippt Wochen, bevor der Krankenstand es zeigt. Darin liegt sein ganzer Wert: Er ist die einzige Zahl hier, auf die ihr noch reagieren könnt. Rückwirkend ist der Krankenstand nur noch Buchhaltung.

Ohne euren eigenen Fehltagskostensatz ist jeder ROI geraten Bruttolohn je Arbeitstag plus ein eigener Aufschlag für die Folgekosten des Ausfalls: Überstunden, Vertretung, verschobene Termine. Diesen Satz einmal für euren Betrieb zu rechnen dauert einen Nachmittag und ersetzt jede geliehene Branchenzahl. Ohne ihn lässt sich ein eingesparter Fehltag nicht in Geld ausdrücken — und ohne Geldbetrag gibt es kein Budgetgespräch.

Was ihr ausdrücklich NICHT behaupten solltet Keine dieser Zahlen belegt eine Ursache. Wenn die Nutzung steigt und der Krankenstand sinkt, ist das ein Zusammenhang, kein Beweis: Im selben Zeitraum ändern sich Auftragslage, Altersstruktur, Grippewelle und Wetter. Sagt das in der Präsentation von sich aus dazu. Es kostet nichts und nimmt genau die Rückfrage vorweg, an der solche Vorlagen sonst auseinanderfallen.

Wie ihr anfangt Check-In einschalten und die Nutzungsfrage aufnehmen; Krankenstand und Fluktuation rückwirkend zwölf Monate aus der Personalstatistik ziehen; den Fehltagskostensatz einmal rechnen. Nach drei Monaten habt ihr ein erstes Bild, nach zwölf Monaten eine Vergleichsbasis. Der sinnvollste Startpunkt liegt etwa acht Wochen vor eurer HR-Jahresplanung — dann liegen die Zahlen auf dem Tisch, wenn über die Verlängerung entschieden wird.

So setzt du es um

  1. 1
    Vertragsunterlagen sichten: Was ist enthalten, wer darf teilnehmen, wie meldet man sich an?
  2. 2
    Anmeldeweg auf einen Schritt eindampfen (ein Link, ein QR-Code am Aushang)
  3. 3
    Standorte und Zeiten prüfen: Passt das Angebot zu Schicht- und Wechseldiensten?
  4. 4
    Ankündigung über die Kanäle, die alle erreichen – auch ohne Firmen-Mail
  5. 5
    Nutzung über den täglichen Check-In beobachten: die Frage nach der Bewegungsquelle
  6. 6
    Nach sechs Wochen Bereichsvergleich lesen und nachsteuern

Was du brauchst

Aufwand
unter 30 Min.
Kosten
0 €
Dauer
6 Wochen
Setup
30 Min.
  • Kein neues Budget: nutzt den laufenden Vertrag
  • Macht die Aktivierungsquote sichtbar, die der Anbieter nicht liefert
  • Zeigt je Bereich und Schicht, wo das Angebot nicht ankommt
  • Liefert die Grundlage für Kosten je tatsächlichem Nutzer

Förderfähig: bis 600 € steuerfrei

Als Teil eines strukturierten BGM-Prozesses ist diese Maßnahme nach § 3 Nr. 34 EStG bis 600 € pro Mitarbeitendem und Jahr steuerfrei — den Prozess bringt BGF-Kompass mit. Zertifizierte Angebote (z. B. von Upfit) bezuschusst zusätzlich die Krankenkasse nach § 20b SGB V.

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